Mit Ich sehe mich arbeite ich aktuell am Abschluss meiner Ich sehe...-Trilogie.
Nach Ich sehe dich und Ich sehe uns führt der dritte Band Noah und Franzi an einen Punkt, den wahrscheinlich viele junge Erwachsene kennen: Zum ersten Mal reicht Liebe allein nicht mehr aus, um alle Herausforderungen des Lebens aufzufangen.
Beide
beginnen ihr Studium, bauen sich ein neues Leben auf und verfolgen ihre
eigenen Ziele. Während Noah in Berlin Visuelle Kommunikation studiert,
zieht es Franzi nach Leipzig, wo sie Sprachen und Journalismus studiert
und gleichzeitig im Zoo arbeitet.
Mit jedem neuen Schritt wachsen sie als Menschen – und entfernen sich gleichzeitig immer weiter voneinander.
Nicht, weil sie sich weniger lieben. Sondern weil das Leben plötzlich mehr von ihnen verlangt als nur füreinander da zu sein.
Genau diese Entwicklung interessiert mich. Beziehungen scheitern nicht immer an Untreue oder fehlender Liebe.
Manchmal verändern sich Lebensumstände schneller, als zwei Menschen gemeinsam mitwachsen können.
Deshalb erzählt Ich sehe mich bewusst beide Perspektiven. Noah und Franzi erleben dieselben
Ereignisse – und empfinden sie doch völlig unterschiedlich. Erst wenn
beide Stimmen gehört werden, entsteht das vollständige Bild ihrer
Geschichte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Noahs persönlicher Entwicklung.
Er ist sensibel, nachdenklich und nimmt seine Umwelt intensiv wahr.
Eigenschaften,
die Männern noch immer viel zu oft als Schwäche ausgelegt werden. Mir
geht es jedoch nicht darum, ihn zu einem anderen Menschen werden zu
lassen. Im Gegenteil: Noah muss lernen, Verantwortung für sein Leben zu
übernehmen, ohne dabei seine eigene Persönlichkeit aufzugeben.
Entwicklung bedeutet für ihn nicht, sich zu verbiegen, sondern sich
selbst anzunehmen.
Genauso wichtig ist mir jedoch Franzis Weg.
Sie
steht vor der Herausforderung, ihren eigenen Traum zu verfolgen, ohne
dabei ständig das Gefühl zu haben, zwischen ihren Zukunftsplänen und
ihrer Beziehung wählen zu müssen. Auch sie macht Fehler, zweifelt und
stößt an ihre Grenzen.
Ich sehe mich
erzählt deshalb nicht von richtig oder falsch. Es erzählt davon, wie
unterschiedlich zwei Menschen dieselbe Liebe erleben können.
Wie schon in meinen bisherigen Romanen greife ich auch in Ich sehe mich Themen auf, die mich persönlich beschäftigen.
Dazu
gehören unter anderem Obdachlosigkeit und Wohnungsnot. Sie stehen nicht
im Mittelpunkt der Geschichte, sind für mich aber ein wichtiger Teil
der Lebensrealität vieler Menschen.
Mir
war es wichtig, diesem Thema einen kleinen Platz im Roman zu geben –
nicht, um Antworten zu liefern, sondern um den Blick dafür zu öffnen.
Mit Ich sehe mich möchte ich eine Geschichte erzählen, die emotional berührt und gleichzeitig den Blick auf Menschen erweitert.
Auf
Beziehungen. Auf Männer, die viel fühlen. Auf Frauen, die ihren eigenen
Weg gehen wollen. Auf Menschen, deren Lebensweg ganz anders verläuft,
als wir es auf den ersten Blick vermuten.
Ich glaube daran, dass Geschichten uns dabei helfen können, einander besser zu verstehen.
Vielleicht erkennt sich jemand in Noah oder Franzi wieder.
Vielleicht hinterfragt jemand sein Bild von Männlichkeit oder von Beziehungen.
Oder vielleicht bleibt am Ende einfach die Erkenntnis, dass Entwicklung nicht bedeutet, jemand anderes werden zu müssen, sondern den Mut zu finden, als man selbst seinen Platz im Leben einzunehmen.
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